Was macht eignetlich ein Werbegestalter?
Interview mit zwei Absolventinnen
Julia Fründ und Christiane Schmitz, Abschlussjahrgang 2004
Für zukünftige Absolventinnen und Absolventen ist es natürlich interessant zu wissen, wie es den Ehemaligen während und nach der Weiterbildung an der FWS ergangen ist, welche Jobchancen sich ergeben haben. Die FWS hat zwei Ehemalige befragt, die mittlerweile fest im Beruf stehen.
FWS: Frau Schmitz, als wir Sie anriefen, kam eine kurze SMS zurück: Bin gerade in China. Waren Sie beruflich dort?
Schmitz: Ja, das hätte ich auch nicht gedacht, dass ich dort mal lande. Ich arbeite seit einem Jahr in der Geschenkartikelbranche und da ist es ganz normal, dass man Einkaufsreisen nach Fernost unternimmt.
FWS: Ist das nach wie vor Ihre erste Firma, bei der Sie nach Ihrer Weiterbildung angefangen haben?
Schmitz: Ja, mir macht es auch sehr viel Spaß, so dass ich gar nicht wechseln möchte. FWS: Haben Sie lange gebraucht, um überhaupt an einen Job zu kommen? Und was haben Sie unter-nommen bei Ihrer Jobsuche?
Schmitz: Bei mir war es echter Zufall. Nach der Schule war ich kurze Zeit ohne Job. Während meiner Bewerbungsphase habe ich mich unter anderem auch als Schauwerbegestalterin beworben. Den Job habe ich bekommen, aber nicht als Dekorateurin, sondern als Produktdesignerin. Denn in dem Unternehmen ist zu der Zeit eine neue Abteilung gegründet worden.
FWS: Frau Fründ, Sie haben direkt in Ihrer Region einen Job gefunden. Einer Gegend, in der es nicht gerade von Werbetreibenden wimmelt. Auch an Sie die Frage: Wie kamen Sie an Ihren Job und wie lange hat das gedauert?
Fründ: Die Jobsuche hat tatsächlich nicht sehr lange gedauert. Rund einen Monat nach dem Abschluss konnte ich direkt ins Berufsleben starten. Erstaunlicherweise konnte ich mich noch zwischen zwei Jobangeboten entscheiden, was wirklich nicht gera-de typisch für die Region Ostwestfalen ist. Zuerst hatte ich Zweifel, ob ich die richtige Entscheidung getroffen habe, da meine jetzige Stelle im Unternehmen noch nicht konkret positioniert war und. Interne Firmenstrukturen geschaffen und verändert werden mussten. Das verlangte Nerven und Durchsetzungsvermögen, besonders als Berufsanfänger.
FWS: Sie waren beide, oder sind es ja noch immer, gelernte Schauwerbegestalterinnen. War die Umstellung eigentlich schwer, neues Terrain in der Gestaltung zu betreten? Wir denken da an so Fächer wie Marketingtechniken, Grafik-Design oder Messedesign und Messebau?
Fründ: Ich bin in einem Industrieunternehmen inner-halb der Marketingabteilung, für die Verkaufsförderung zuständig. Momentan gestalte und dokumentie-re ich die Produktpräsentation für den Markt, entwerfe Verkaufs-Displays und Verkaufsförderungsmittel. Die Umstellung auf Fächer wie Grafik-Design oder Messebau, während der FWS-Zeit, viel nicht so schwer. Jedoch Fächer wie BWL und Mathe sind bei Gestaltern nicht gerade beliebt.
Schmitz: Hier kann ich mich Julia anschließen. Fächer wie: Grafik-Design, Messebau und Präsentationstechnik waren mir die Liebsten. Heute profitiere ich bei der Produktentwicklung von den verschiedenen Techniken und kann vieles mit dem Gelernten leichter umsetzen. Produktmarketing und -design sind total interessant und machen unheimlich viel Spaß. Aber ich bin kein Typ, der den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen kann. Deshalb bin ich jedes Mal froh, wenn ich mit auf Messen fahren kann, um dort aktiv sein zu können.
FWS: Wenn Sie jetzt so nach rund einem Jahr zurückblicken, hat Ihnen die Weiterbildung an der FWS was gebracht oder haben Sie bei Jobbeginn bei „A“ wieder anfangen müssen?
Fründ: Die Weiterbildung hat mir auf jeden Fall beruflich und auch privat viel weitergeholfen. Es kommt ja auch immer darauf an, in welchem Bereich man später tätig wird. Vor allem hat man mit dem Abschluss eine größere Chance auf Aufstiegsmög-lichkeiten. Allerdings hat man nach zwei Jahren Schulleben zunächst das Gefühl, man fängt im Beruf wieder von vorne an.
Schmitz: Für mich war die Weiterbildung ein Punkt in meinem Leben, der alles verändert hat. Zwei Jahre weg von zu Hause war schon eine harte Zeit. Ich bin sehr froh über die Erfahrungen die ich an der FWS gemacht habe. Beruflich haben mich die zwei Jahre ein ganzes Stück vorangebracht. Aber wenn man in einer Firma neu anfängt ist alles anders und man muss sich erst mal wieder an das Berufsleben gewöhnen.
FWS: Im Nachhinein, würden Sie bei uns noch mal anfangen?
Fründ: Es gab positive aber auch negative Erfahrungen während der zweijährigen Weiterbildung. die wir wohl alle gemacht haben. Ich denke, ich würde es wieder so machen, da bei mir die positiven Erlebnis-se und Erfahrungen überwiegen.
Schmitz: Bereut habe ich es nie, die FWS besucht zu haben. Man lernt eine ganze Menge, auch über sich selber und kommt an Grenzen, wo man denkt, es geht nicht mehr weiter - aber es geht weiter. Deshalb würde ich es auch noch mal so machen. Auch bei mir hat die Schule einen positiven Eindruck hinterlassen.
FWS: Was war übrigens Ihr „schwärzester“ Tag an der FWS?
Fründ: Definitiv der Tag der Abschlusspräsentation. Insofern schwarz, da dieser Tag das Endziel der zwei Jahre war, und markiert im Kalender, viel zu schnell immer näher rückte. Er löste heftige Emotionen aus, bei dem Gedanken daran, das letzte halbe Jahr Arbeit an einem Tag vor einem Publikum zu präsen-tieren. Jedoch nach der Präsentation war es zu gleich auch der schönste Tag an der FWS.
Schmitz: Uns liefen schlicht die Tränen vor Freude, es geschafft zu haben. Die Tage davor waren stressig, aber wir haben es geschafft und zwar mit einer eins.
FWS: Frau Fründ, Frau Schmitz, wir danken Ihnen für das Interview.