Azubi Tour Euroshop 2005 - The Global Retail Trade Fair

Als uns unser Klassenlehrer, Herr Zigelli, Ende des letzten Jahres unterbreitete, dass wir in der Zeit vom 19. Februar bis 22. Februar die Euroshop in Düsseldorf besuchen würden, konnte ich mir im ersten Moment noch nichts konkretes darunter vorstellen. Euroshop! - Ehrlich gesagt hatte ich bis dato nicht einmal Kenntnis von der Existenz einer solchen Handelsmesse genommen. Ich wusste nur, dass diese Klassenfahrt auf jeden Fall eine Chance bot meine Klassenkameradinnen und Klassenkameraden etwas näher kennen zu lernen, was auf Grund der Tatsache, dass einige von uns von weit außerhalb Stuttgarts kamen, bis zu diesem Zeitpunkt kaum möglich war. Also begann ich mich etwas ausführlicher über die Euroshop zu informieren. Schnell merkte ich, dass es sich hierbei nicht bloß um ein belangloses Treffen übereifriger Messeleute und Handelsvertreter handelte, sondern, dass die alle drei Jahre stattfindende Euroshop eine Plattform zum Verknüpfen und Vertiefen geschäftlicher Beziehungen sowie einen Magneten für ein Publikum aus aller Herren Länder darstellt. Imposante Zahlen, Fakten und Statistiken steigerten die Vorfreude auf diesen Event.

 

Tag 1

Am Samstag den 19. Februar war es schließlich soweit. Nach einem anfänglich auftretenden Problem seitens des Busunternehmens brachen wir größtenteils gut gelaunt etwas verspätet nach Düsseldorf auf. Schon auf der Fahrt durch unseren verschneiten Lande kamen sich die zwei Klassen, GVM1 und GVM2 zumindest einmal zwischenmenschlich etwas näher und man fand sich auf einmal in Gesprächen mit Leuten wieder, von denen man nicht einmal wusste, dass sie die selbe Schule wie man selbst besuchen. Was die Klassengemeinschaft betrifft, konnte man schon nach der Anreise mit ruhigem Gewissen behaupten, dass sich die Exkursion gelohnt hat. In Düsseldorf steuerten wir erst einmal unsere Jugendherberge an, wo wir eine warme Mahlzeit zu uns nehmen konnten, unsere Zimmer beziehen und uns für einen abendlichen Abstecher ins Düsseldorfer Nachtleben frisch machen konnten. Mit Hilfe einer ortskundigen Mitschülerin stellte es auch kein Problem dar die Kneipen- und Discomeile ausfindig zu machen. Zwar splittete sich die Gruppe in zwei, drei kleinere Grüppchen auf, was im Nachhinein allerdings nur ein Vorteil war, da wir mit einer Mannschaft von knapp dreißig Mann niemals ein Nachtetablissement ausgemacht hätten, wo wir alle einen Sitzplatz ergattern hätten können. Ein paar Stunden später am Abend fanden wir uns letztendlich alle wieder in der Herberge ein. Die meisten legten sich schlafen, einige Wenige ließen den Abend noch gemütlich bei einem Absacker im Eingangsbereich ausklingen. Dort erlebten wir erstmals die in vielen Zeitungsartikeln prophezeite Internationalität der Euroshop, indem wir Leute außerhalb unserer Klasse kennen lernten, z. B. einem sehr angenehmen Zeitgenossen aus Paris, der dort Displaydesign studierte. Hauptsächlich auf Englisch und bei gelegentlich entfallenen Vokabeln notfalls auch mit Händen und Füßen unterhielten wir uns angeregt über unsere Erwartungen bezüglich der Euroshop, erzählten uns wo wir her kamen und was wir so taten. Trotzdem erhaschte jeder von uns mehr oder weniger genug schlaf um den nächsten Tag auf der Messe einigermaßen fit antreten zu können.

 

Tag 2

Nach einem annehmbaren Frühstück fuhren wir mit unserem Bus zum Messegelände. Nachdem die Tageseintrittskarten von unseren Obrigkeiten verteilt wurden führte der erste Weg natürlich zum Messestand von den Leuten um Herrn Zigelli, wo wir auch auf unsere Messeguides trafen, Schülerinnen der Bundesfachschule für Werbegestaltung - Stuttgart, die uns bei unseren Führungen und Vorträgen der Aussteller begleiteten. Der erste Eindruck übertraf alle Vorstellungen und Erwartungen, waren die Messestände größtenteils doch sehr imposant und aufwändig präsentiert.
Ich persönlich klinkte mich schon früh aus unserer Gruppe aus, da ich in einem großen Möbelhaus meine Ausbildung zum Gestalter für visuelles Marketing absolviere und mich folglich mehr für Interieur Design als für Schaufensterfiguren interessiere. Hierzu muss ich sagen, dass ich mich anfangs etwas schwer beim orientieren auf dem Messegelände tat, was meiner Meinung nach bei einer Brutto-Ausstellungsfläche von über 200.000 Quadratmetern verzeihbar ist. Aber wenn man erst einmal hinter das Prinzip der Messehallenanordnung gekommen ist stellt dies auch kein ernsthaftes Problem mehr dar.

“Viele Konzepte zielen auf emotionale Konzepte ab, indem sie versuchen, alle Sinne anzusprechen, sei es mit Duftmarketing, spektakulärer Formgebung oder außergewöhnlicher Farbgestaltung.”, so der Autor des Rückblicks zur Euroshop auf www.euroshop.de. - Besser kann man es meines Erachtens nach nicht formulieren. Ich war fasziniert von den vielfältigen Möglichkeiten, die auf dem Gebiet der visuellen Präsentation bestehen und fast schon ein wenig traurig, dass ich bei der Arbeit in meinem Betrieb nicht aus dem Vollen schöpfen kann. Eines muss ich jedoch bei aller Euphorie bemängeln: Beim Einholen von Informationen stellte ich leider fest, dass es nicht von unerheblichem Vorteil gewesen wäre im Anzug und Krawatte aufzutreten, denn ich kam mir teilweise wie jemand vor, den man nur dann berät und informiert, wenn gerade niemand anderes da war und den man einfach stehen lässt, wenn ein anderer Besucher in Anzug und Krawatte erscheint und Interesse am Angebot zeigte. Schade!
Gänzlich anders war dies jedoch bei den Führungen und Vorträgen, die wir mit unseren Guides angingen. Ausführlich wurden uns die Besonderheiten des jeweilig Angebotenen von den Messestandleuten aufgezeigt und eventuelle Fragen unsererseits wurden umfangreich und kompetent beantwortet.

Nach dem ersten Tag auf der Euroshop fuhren wir mit vielen neuen Eindrücken zurück in unsere Jugendherberge, wo wir uns dann über unser Abendessen hermachten, da wir auf Grund der enorm hohen Preise für Lebensmittel auf der Messe kaum etwas gegessen hatten. Am Abend unterhielten wir uns viel mit den Fachschülerinnen und unseren Lehrern um die Flut an Informationen zu verarbeiten. Schließlich gingen wir zur Abendgestaltung über. Einige von uns, die noch fit waren zogen einmal mehr in die Stadt, andere saßen beisammen und spielten Gesellschaftsspiele und wiederum andere machten einen Nachtspaziergang am Rhein entlang. Zu guter Letzt fanden wir uns jedoch alle in unseren Betten wieder um uns unseren wohlverdienten Schlaf zu holen. 

 

Tag 3

 begann vom Ablauf her genau wie der Vorige. Aufstehen, fertig machen, frühstücken und zur Messe fahren. Es standen nur noch zwei Messestandführungen auf dem Programm und wie am Vortag begleiteten uns unsere Guides von der Bundesfachschule. Den Nachmittag konnten wir dann frei gestalten. Einige nutzten die Chance um sich Düsseldorf etwas genauer anzusehen, andere wiederum fuhren zurück zur Jugendherberge um sich von den Strapazen des Sonntags zu erholen und einige wenige blieben noch auf der Euroshop um sich noch ein wenig umzusehen. Gegen Abend sammelten wir uns alle wieder in der Jugendherberge und warteten voller Vorfreude auf die im Vorfeld groß angekündigte Messeparty, dass inoffizielle Highlight unserer Exkursion. Und diese hielt was sie versprach. Mit dem Bus ging es zur Discothek “Nachtresidenz“, wo wir von zwei auf stelzen agierenden Akrobaten empfangen wurden und obwohl es etwas dauerte bis sich die Lokalität füllte waren wir alle guter Dinge und unterhielten uns trotz der lauten Musik blendend. Später wurde dann noch (teils wild) getanzt bis sich einer nach dem anderen auf den Heimweg machte.

 

Tag 4

Den nächsten Morgen erlebten dann viele von uns auf Grund des wenigen Schlafs als Qual und auch das Frühstück wurde von einigen zu Gunsten wertvoller Minuten mehr des Selbigen ausgelassen. Dennoch waren wir uns einig. Die Euroshop als solche war sicherlich ein Ereignis das wir nicht hätten missen wollen und die Exkursion an sich hat uns alle als Klasse etwas zusammenrücken lassen.

Wir danken unserem Klassenlehrer, Herrn Zigelli, der uns die Euroshop erst ermöglichte und alles organisierte und natürlich danken wir unseren Messeguides für die Mühe die sie sich gemacht haben, uns zielstrebig durch das Labyrinth der Messestände zu führen.